Rückholaktion aus Ecuador – ein Interview mit Luzie

Luzie absolvierte bis vor kurzem ihren Freiwilligendienst in Ecuador am Rande des Amazonas-Regenwalds. Doch durch die Covid-19 Pandemie musste sie, wie viele Freiwillige, ihren Freiwilligendienste abbrechen. Wir hatten die Chance mit Luzie über ihre ungeplante Rückkehr nach Deutschland zusprechen.

Hallo Luzie, kannst du dich kurz vorstellen und erzählen, was du genau in Ecuador gemacht hast?

Mein Name ist Luzie Rembold und ich habe meinen „Weltwärts-Freiwilligendienst“ in Ecuador am Rande des Amazonas-Regenwaldes gemacht. Dort habe ich in einer Schule, die Englischlehrer bei ihrer Arbeit unterstützt.

Wie fühlt es sich für dich an, wieder in Deutschland zu sein?

Ich muss mich noch an alles gewöhnen, ich war noch nicht darauf vorbereitet jetzt schon in Deutschland zu sein und weiß nicht so ganz, was ich mit der Zeit hier anfangen soll.

Wie ist deine Rückkehr verlaufen?

Unser Träger hat unsere Rückkehr organisiert und wir mussten uns zum Glück keine Gedanken darüber machen, wie wir nach Deutschland kommen. Da in Ecuador auch ein Reiseverbot herrschte, war es nicht so einfach zum Flughafen in Quito zu kommen und so gab es mehrmals die Ansage, dass morgen geflogen wird, die dann ein paar Stunden später wieder geändert wurde.

Gab es Schwierigkeiten bei deiner Rückkehr?

Wir Freiwilligen wurden mit Fahrzeugen abgeholt und gemeinsam nach Quito gebracht. Wir waren als ‚diplomatische Mission‘ unterwegs, unsere Auto-Fahrt hat ca. 5 Stunden gedauert. Wir mussten durch mehrere Straßensperren, in denen unser Auto desinfiziert und auch bei uns Fieber gemessen wurde.  Glücklicherweise hatte uns unsere Betreuerin mit Handschuhen und Mundschutz ausgestattet, so dass wir gut durch die Sperren kamen. Wir sind an unterschiedlichen Tagen geflogen, ich wurde direkt zum Flughafen gebracht, während andere noch ein paar Nächte in Quito verbringen mussten. Dann sind wir von Quito nach Amsterdam geflogen, für manche von uns konnte unser Träger Flüge von Amsterdam nach Frankfurt buchen, ich bin von Amsterdam mit dem Zug über mehrere Stationen Nachhause gefahren.

Ab wann hattest du Kontakt zu deinem Träger? Hattest du das Gefühl, dass du dadurch eine Absicherung hattest?

Unser Träger hat uns immer über den aktuellen Plan informiert und hat sich um uns gekümmert. Unser Träger hat sich um die Fahrt nach Quito und den Rückflug gekümmert, das war natürlich eine große Absicherung.

Hast du dich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten?

Ja, das Auswärtige Amt hat ständig neue Infos geschickt und wir haben regelmäßig die Nachrichten gelesen. Wir haben versucht das Beste daraus zu machen und sicher zuhause anzukommen. Vieles war während der Reise noch unsicher und ich habe einfach versucht Schritt für Schritt ohne größere Komplikationen zuhause anzukommen.

Konntest du dich von den Menschen dort verabschieden?

So halb, da unsere Abreise so spontan war und in Ecuador die Schulen schon geschlossen waren und wir eigentlich unsere Wohnungen nicht verlassen sollten. Deshalb konnte ich mich leider nur von ein paar Leuten verabschieden.

Was bedeutet es für dich, dass du deinen „Weltwärts- Freiwilligendienst“ abbrechen musstest?

Ich finde es total schade, dass ich den Freiwilligendienst abbrechen musste, ich wäre unglaublich gern geblieben und hätte das Freiwilligenjahr viel lieber normal abgeschlossen. Das ging jetzt eben nicht.

Durch den gezwungenen Abbruch im Weltwärts-Programm, wird der Freiwilligendienst trotzdem als nicht abgebrochen betrachtet. Die Freiwilligen sind offiziell vom Dienst freigestellt, das heißt der Freiwilligendienst kann vollumfänglich angerechnet werden und Kindergeld wird weiterhin ausgezahlt.

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